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Inhalt

Chronik

Historische Ansicht des Odilien-Instituts

Historischer Überblick

- von der Gründung bis heute

Weihnachten 1879
Die Chronik berichtet, dass der blinde Organist Gustav Garzaner beim „inbrünstigen Gebete“ zur Überzeugung kam, einen Verein zur Gründung einer Blinden-Anstalt ins Leben zu rufen. Er verfasste Statuten und warb um Mitglieder.

21.03.1880 
Konstituierung des Vereines mit der Bezeichnung „Odilien-Verein zur Gründung und Erhaltung einer Blinden-Erziehungs- und Versorgungs-Anstalt in Graz“.

02.02.1881 
Erwerb der Liegenschaft in der Leonhardstraße mit zwei Häusern, Garten und Park um 40.000 Gulden (€ 430.000). Die notwendigen Geldmittel wurden in einer großen Sammel- und Werbeaktion aufgebracht, an der sich Zeitungen, Orden, die Diözese, Firmen und Privatpersonen beteiligten.

10.05.1881   
Feierliche Eröffnung der „Odilien-Erziehungs- und Versorgungsanstalt für Blinde in Steiermark“ am Hochzeitstag und unter dem Protektorat von Kronprinz Rudolf und der Erzherzogin Stephanie. Fünf blinde Kinder zogen in die neu adaptierten Räumlichkeiten ein. Zu Beginn wurden nur Kinder und Jugendliche in allen Gegenständen der Volksschule, in Gesang, in Musik und in der Ausübung blindengerechter Berufe unterrichtet.

05.07.1883   
Besuch des Kaisers Franz Josef

1884 – 1886
Durch eine große Erbschaft von Dr. Georg May wurde es möglich, den Nordtrakt mit den Schulzimmern, die Werkstätten und Schlafräume der Knaben, die Kapelle und den Festsaal zu errichten.

25.10.1887   
Besuch des Thronfolger-Ehepaares im Institut.

1890   
Ankauf der „Pichler´schen Realität“ in der Grabenstraße 76 und Gründung der „Beschäftigungs- und Versorgungsanstalt für erwachsene Blinde“.

01.09.1891   
Die ersten fünf „Pfleglinge“ ziehen in der Grabenstraße ein. In der Beschäftigungs-Anstalt waren erwachsene Blinde mit Korbmachen, Bürstenbinden, Sessel- und Korbflechten, sowie weiblichen Handarbeiten beschäftigt, die mit den Erträgen einen Teil ihrer Verpflegskosten bestritten.

1892   
Erlangung des ersten Gewerbescheines für das Bürstenbinderei-Gewerbe.

1899 -1902   
Errichtung des Südtraktes zum Hauptgebäude, Erweiterung des Wäschereigebäudes und Adaptierung der bestehenden Bauten.

1900   
In den beiden Einrichtungen werden mittlerweile 113 Kinder und Erwachsene unterrichtet und beschäftigt, die von 44 Lehr- und Betreuungspersonen betreut wurden. Den Großteil des weiblichen Personals stellten die Barmherzigen Schwestern, die bis 1995 in dankenswerter Weise im Hause arbeiteten.

Gruppenfoto der Barmherzigen Schwestern mit betreuten Kindern

1903   
Übersiedlung der männlichen Beschäftigten von der Grabenstraße in die Leonhardstraße.

1906   
Anlässlich des 25jährigen Bestandes ist es durch eine letztwillige Verfügung von Frau Aloisia Trummer möglich, die aus den Bautätigkeiten entstandenen Schulden nahezu zur Gänze abzutragen.
In diesem Jahr werden bereits 121 Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit in den Schulen und Werkstätten betreut.

03.09.1906   
Durch Verordnung des Handelsministeriums wurde bestimmt, dass das Zeugnis über die erfolgreiche Absolvierung des Lehrganges in der Bürsten- und Korbmacher-Abteilung der Anstalt zum Antritt dieser Gewerbe berechtigte.

1912   
Zuerkennung des Rechtes Meisterprüfungen aus den im Odilien-Institut betriebenen Gewerben abzuhalten.

1914 – 1920   
Eine eigene Kriegsblinden-Abteilung wird eingerichtet.

1922   
Durch die galoppierende Inflation in den Nachkriegsjahren wurden die Rücklagen völlig entwertet, die Schließung konnte im letzten Augenblick durch Spenden aus dem Vatikan, aus Holland und der Schweiz abgewendet werden.

1926   
Frauen können Vorstandsmitglieder des Odilien-Vereins werden.

1927   
Erlangung des Öffentlichkeitsrechtes für die Fortbildungsschule; Beginn der systematischen Ausbildung im Gebrauch von Schreibmaschinen.

1929   
Gründung der „Sehschwachen-Abteilung“.

1934   
Aufgrund der angespannten Finanzlage mussten die Werkstätten in der Grabenstraße 76 aufgelöst und mit Leonhardstraße zusammen gelegt werden.

1938   
Beginn der NS-Schreckensherrschaft, der Odilien-Verein konnte zwar weiter bestehen bleiben, das Institut wurde dem Amt für Volkswohlfahrt, Gau Steiermark, unterstellt und in „Blindenschule mit Heim“ umbenannt. Eine Reihe von Räumlichkeiten mussten dem NS-Regime abgetreten werden.

1945   
Die taubblinde Dichterin Irene Ransburg, katholisch getaufte Tochter jüdischer Eltern, wird aus dem Hause in das Vernichtungslager Theresienstadt verschleppt, seither fehlt jede Nachricht über sie.
Nach Bombentreffern im Garten flüchten das Betreuungspersonal und die Bewohner nach St. Paul im Lavanttal und kehren erst nach Kriegsende in das Haus zurück.

20.06.1946   
Die Generalversammlung beschließt das Wieder-in-Kraft-treten der Statuten vor 1938.

1974   
Zu den Ausbildungsmöglichkeiten für Bürsten- und Pinselerzeugung, Korb- und Möbelflechterei und Weberei kommt in der Beruflichen Lehranstalt auch die Metallbearbeitung hinzu.

1976   
Verleihung des Öffentlichkeitsrechtes für die Berufliche Lehranstalt.

1979   
Eröffnung des neuen Fachschulgebäudes

1983   
Einführung der Pädagogischen Sehfrühförderung vom Säuglingsalter bis zum Schuleintritt. Installierung des Beratungszentrums zur Beratung über Sehbehelfe, Hilfsmittel und Fördermöglichkeiten.

1984   
Durchführung der Integrativen Betreuung von Kindern mit Sehbehinderung oder Blindheit im Rahmen des Sonderpädagogischen Zentrums.

1989   
Umbenennung des „Odilien-Vereins zur Fürsorge für die Blinden Steiermarks“ in „Odilien-Verein zur Förderung und Betreuung Sehbehinderter und Blinder Steiermarks“.

1993   
Planung der umfassenden Generalrenovierung mit Um- und Ausbau des Hauptgebäudes.

1994   
Einrichtung des „Wohnheimes“ für vollzeitbetreutes Wohnen.

1998   
Start der Arbeitsassistenz für Sehbehinderte und Blinde in der Steiermark zur Unterstützung der Arbeitsplatzsuche und Beratung von Unternehmen zu blindengerechten Arbeitsplätzen.

1998    
Eröffnung der 1. Klasse der Privaten Volksschule Odilien-Institut mit Integration und Tagesheim.

1999   
Erweiterung der Beschäftigungstherapie-Werkstätten um die Ökologie-, Kreativ- und Kunstwerkstatt.

19.05.2000   
Fertigstellung des großen Um- und Ausbaus mit nunmehr über 10.000 m2 Wohn- und Nutzflächen mit feierlicher Einweihung durch Diözesanbischof Dr. Johann Weber.

2001   
Anmietung von Trainingswohnungen zur Vorbereitung von Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit auf das Leben in einer eigenen Wohnung.

2003   
Erweiterung der Beruflichen Lehranstalt um den dreieinhalbjährigen EDV-Lehrgang und die Hauswirtschaftsschule mit der Ausbildung zum Bürokaufmann/-frau und zu Koch/Köchin.

2008   
Gründung der gemeinnützigen „Odilien-Institut für Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit –GmbH“, in die die Werkstätten-, Beschäftigungs- und Wohnbereiche eingegliedert werden.

2010   
Ausarbeitung eines neuen Marketing-Konzeptes zur weiteren Öffnung des Odilien-Institutes nach außen.

10.05.2011
130-Jahr-Jubiläum mit Festakt und Tag der offenen Tür

2016
Das Odilien-Institut wird 135 Jahre und ist Ausrichter des Kongresses für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik in Graz (VBS Kongress, 1.-5. August).

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