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Gedenken an Irene Ransburg

Fotocredits: JJKucek/Verein f. Gedenkkultur

Bilder der Gedenksteinlegung

Stolpersteinverlegung in Gedenken an Irene Ransburg

Am 16.08.2016 fand vor dem Eingang des Odilien-Instituts die feierliche Verlegung des Stolpersteins für Irene Ransburg statt, deren Geschichte als Bewohnerin eng mit dem Odilien-Institut aufgrund ihrer Taubblindheit verbunden ist. Deshalb war es selbstverständlich, dass das Odilien-Institut die Patenschaft für den Stolperstein übernimmt und auch die Umsetzung eines Steines in Braille aktiv unterstützt. Wir danken dem Verein für Gedenkkultur Graz, insbesondere Frau Mag.a DI (FH) Daniela Grabe für die tolle Zusammenarbeit.


Die Biografie von Irene Ransburg:
(Text: Verein für Gedenkkultur Graz, Zusammenstellung/Archiv-Recherchen: David Kriebernegg; Fotos: JJKucek/Verein f. Gedenkkultur):

 

Irene Ransburg wurde als Kind des jüdischen Ehepaars Ludwig und Dora Ransburg am 20. November 1898 geboren. Bereits wenige Jahre später kamen die Eltern zu Tode und das Kleinkind wurde zur Adoption freigegeben. Irene kam zur Familie Brix, die in St. Ruprecht a. d. Raab ein Feinkostgeschäft betrieben und das Kind in christlichem Glauben erzogen.

Später besuchte Irene die Handelsschule in Graz, die sie erfolgreich absolvierte. Mit 16 Jahren erkrankte sie und verlor schließlich ihr Augenlicht und Fähigkeit zu hören. Aufgrund der vollkommenen Taub- und Blindheit kam Irene im Jahr 1915 in die Odilien-Blindenanstalt in Graz (St. Leonhard), wo sie großes handwerkliches Geschick (Meisterprüfung im Sessel- und Möbelflechten) an den Tag legte und die Blindenschrift erlernte.

„Meinen Kopf in beide Hände bergend, um nicht gesehen zu werden, weinte ich

zum erstenmal wieder Freudentränen, denn der Gedanke, niemals mehr ein Buch

lesen zu können, hatte mein Unglück verdoppelt.“ Ihre Lehrerin Sr. Ludmilla Eder, die sich ganz besonders dafür eingesetzt hatte, dass Irene Ransburg neuen Lebensmut gefunden und durch das Erlernen der Blindenschrift wieder gewisse Selbstermächtigung bekommen hat, schrieb 1931 zur 50 Jahrfeier der Institutsgründung: „Meine erste Arbeit war, meinen Zögling in das Verständnis der Tastsprache und in das Blindenwesen einzuführen ... ein Menschenkind, dessen Hoffnungen und Pläne vernichtet und das, erdrückt von der Wucht des Schicksals, den Tod als den einzigen Retter herbeirief.“ (http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Damals_in_der_Steiermark/-%20Der_Leidensweg_der_Irene_Ransburg).

Der äußerst sensiblen, künstlerisch begabten Frau war es wieder möglich, sich literarisch auszudrücken, was für sie eine entscheidende Wendung zurück zum Leben darstellte. Ihre starke Begabung und Beschäftigung mit Lyrik brachte sie mit bekannten Literat(inn)en ihrer Zeit, wie Gustinus Ambrosi, in Kontakt.

Bis zum Herbst 1944 war es gelungen zu verheimlichen, dass sich in der Anstalt eine taub

-blinde, getaufte Jüdin befand. Verrat führte schließlich jedoch dazu, dass Irene Ransburg am 21. September 1944 von der Gestapo abgeholt und ins KZ Theresienstadt verschleppt wurde. Am 23. Oktober wurde sie ins Todeslager Auschwitz-Birkenau überstellt und mit Gas ermordet. In ihrem Abschiedsbrief verzieh sie allen, die Schuld an ihrem Verrat waren- so wird es von einer Zeitzeugin überliefert.

Am 11. Mai 2015 fand im Odilien-Institut eine Gedenkfeier für Irene Ransburg statt, deren Höhepunkt die Enthüllung einer Gedenktafel war.

 

Fotocredits: JJKucek/Verein f. Gedenkkultur

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