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Mit 35 die Bildungszukunft feiern

„Feste soll man feiern, wie sie fallen“, dazu zählen unter anderem Anlässe wie Jubiläen, Geburtstage, markante Punkte im Privat- und Berufsleben oder auch das Erreichen besonderer Zielsetzungen. Das Wie und der Rahmen einer würdigen Feier sind dann meist die Diskussionspunkte, um die es geht. Wenn jedoch mehrere Herausforderungen, die eine gemeinsame Anstrengung erfordern für den gleichen Zeitraum ins Haus stehen, dann gilt es Prioritäten zu setzen. Im Falle der beruflichen Lehranstalt galt es abzuwägen, ob das 35-jährige Bestehen der Schule gefeiert werden soll, oder ob man die Neugestaltung der Lehrpläne aller Ausbildungssparten, die eine Mitarbeit des gesamten Kollegiums erfordert, in Angriff nimmt.
Die Entscheidung ist zugunsten des Blickes in die Zukunft und des inhaltlichen Angebots für Schülerinnen und Schüler gefallen. Sie ist auch dadurch erleichtert worden, dass die Neugestaltung aller Fachschullehrpläne im öffentlichen Bereich durch das Bundesministerium für Unterricht Kunst und Kultur forciert worden ist.

In eineinhalbjähriger intensiver Arbeit und in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen des BMUKK sind die Lehrpläne und Stundentafeln für die Ausbildungssparten: Informationstechnologie, Metallbearbeitung und Fertigungstechnik, Korb- und Möbelflechterei, Weberei sowie Lehrgang für Umschulung adaptiert worden. Auch der legistische Teil des Organisationsstatutes wurde den derzeitigen geltenden gesetzlichen Anforderungen entsprechend angepasst.

Der Versuch, 182 Seiten Lehrplaninhalte von verschiedenen Ausbildungssparten in wenigen Sätzen zu charakterisieren ist zweifellos ein Unterfangen, daher sollen im folgenden nur grundsätzliche Tendenzen der Lehrplanneugestaltung herausgegriffen werden. Es stehen nämlich nicht einzelne Gegenstände mit ihren Inhalten im Blickpunkt der pädagogischen Arbeit, sondern die Komplexität eines Fachgebietes. D. h. Inhalte werden verstärkt in ihren Zusammenhängen gesehen und der Vorrang des Kognitiven tritt in den Hintergrund. Auch die volkswirtschaftliche Bedeutung von Erzeugnissen im Produktionsbereich unter entsprechender Beachtung von Umweltstandards rückt vermehrt in den Focus der Lernenden.
Besondere Beachtung erfährt das ergänzende Lehrangebot im lebenspraktischen Bereich. Alle Schülerinnen und Schüler können ihre praktischen Kenntnisse, die sie bei Alltagshandlungen, sei es im eigenen Haushalt oder im gesellschaftlichen Rahmen benötigen, erweitern. Dafür stehen zeitliche und inhaltliche Ressourcen zur Verfügung. Dass sich Technik und Kunst - egal in welcher Form - sehr gut ergänzen, kommt im Freigegenstand Spielmusik besonders zum Ausdruck. Sowohl begeisterte Anfänger als auch fortgeschrittene Instrumentalisten werden ihr Können beim gemeinsamen Musizieren einbringen.

Somit sind Rahmenbedingungen für die musikalische Gestaltung des nächsten runden Geburtstages der Schule, dem“ Vierziger“, geschaffen worden. Und vielleicht lässt sich im Schuljahr 2014/2015 eine Diskussion über Prioritäten dadurch vermeiden. Der Start im September 2010 mit den neuen Lehrplaninhalten wird jedoch ohne Diskussion erfolgen und zugleich ein Auftrag für die zukünftige Ausrichtung unserer Arbeit sein.

Dir. Franz Masser
Schulleiter Fachschulen

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