Trotz sichtlichen Bemühens der Politik, den Einstieg in das Berufsleben durch gesetzliche Vorgaben und finanzielle Unterstützungen zu erleichtern, ist die Zahl der behinderten Arbeitssuchenden im Vergleich zu nicht behinderten gestiegen. Dieses Faktum darf in der Bildungspolitik nicht zu falschen Schlussfolgerungen führen. Sie könnte in der Frage gipfeln: "Welchen Sinn hat eine gute und intensive Ausbildung, die noch dazu auf Grund der speziellen Bedürfnisse kostenintensiver ist?" Ein bescheidener Ansatz von möglichen Antworten auf diese Frage soll hier versucht werden.
- Das Recht auf eine optimale Ausbildung wird jedem Mitglied in unserer Gesellschaft zuerkannt.
- Umfassende Bildung ermöglicht nicht nur das Erlernen facheinschlägiger Fertigkeiten, sondern ganz besonders auch das Erlernen jener speziellen Techniken, die ein selbstbestimmtes Leben eines blinden oder sehbehinderten Menschen ermöglichen. Das geflügelte Wort, "Man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben" trifft im wahrsten Sinne dieses Wortes zu.
- Speziell junge Menschen müssen für sich eine Zukunft sehen, und Bildung ist die Grundlage für das Wissen von morgen. Sie stellt somit die uneingeschränkte Voraussetzung für einen erfolgreichen Berufseinstieg und eine dauerhafte Beschäftigung dar. Sie verbessert nicht nur die Beschäftigungschance, sondern verhindert die Gefahr einer vorzeitigen Erwerbsunfähigkeit.
- Das Selbstwertgefühl jedes Menschen wird von seiner Bildung mitgeprägt. Diese eröffnet neue Perspektiven beim Ausschöpfen des eigenen Potenzials.
- Auch behinderte Mitbürger möchten ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und somit in der Gesellschaft einen Platz einnehmen und auch für die Gesellschaft ihren Beitrag leisten.
Die Ausbildungsmöglichkeiten an der Fach- und hauswirtschaftlichen Schule sollen ein - unser - Beitrag im Sinne einer umfassenden Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen sein.
